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Leben im Heim

Der Gedanke an ein Leben im Heim löst bei vielen Menschen Ängste aus. Diese negativen Vorstellungen beziehen sich auf alle Heime, seien es Kinderheime, Altersheime oder Pflegeheime. Doch warum ?

Im Vordergrund dürfte hier wohl die Angst vor Fremdbestimmung und die damit verbundene Einmischung in das Leben stehen. Auch erinnern wir uns vielleicht daran, dass ungezogenen Kindern mit dem Heim gedroht wurde. Rundheraus kann man ruhig sagen dass der Begriff "Heim" negativ besetzt ist.

Glücklicherweise beruhen aber die nagativen Darstellungen größtenteils auf Vorurteilen. Ein Kinderheim z.B. ist kein dunkler Ort mit strenger Gouvernante, sondern eine Einrichtung, die häufig familienähnliche Strukturen aufweist und einiges zum Wohle der Kinder beiträgt. Bedauerlicherweise werden die bestehenden Vorurteile häufig auf die Heimkinder übertragen. Das ist unangebracht und nicht gerechtfertigt. Die Chance auf eine erfolgreiche Entwicklung ist oft höher als in einer durchschnittlichen Familie.

Völlig anders stellen sich die Anforderungen an Pflegeheime und Altenheime dar.

Pflege ist heute mehr als eine 3-S-Pflege (satt, sauber, sediert) früherer Prägung. Die Tatsache, dass die Menschen älter werden erforderte ein völliges Umdenken in der Pflege. Demzufolge hat sich die Pflegestruktur ebenso gewandelt, wie die Ausbildung der Pflegefachkräfte. Das frühere Berufsbild der Altenpflege wird heute ersetzt durch Pflegefachkräfte, wobei die medizinische Betreuung mehr in den Vordergrund gestellt wurde. Das Berufsbild umfasst die eigenständige Pflege, Beobachtung, Betreuung und Beratung von Patienten und Pflegebedürftigen in einem stationären oder ambulanten Umfeld sowie die Dokumentation und Evaluation.

Pflegefachkräfte betreuen und pflegen Hilfsbedürftige, ältere und kranke Menschen. Sie unterstützen diese bei der Alltagsbewältigung, beraten sie, motivieren sie zu sinnvoller Beschäftigung und nehmen pflegerisch-medizinische Aufgaben wahr.

Moderne Pflege orientiert sich an dem sogenannten Defizit-Modell und setzt die Schwerpunkte auf den Ausgleich bestehender Defizite bei gleichzeitiger Förderung der noch vorhandenen Ressourcen. Ziel ist dabei, die soweit noch vorhandene Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurden seit Juli 2008 erstmals Regelungen erlassen, die mehr Transparenz bei der Qualität stationärer und ambulanter Pflegeeinrichtungen schaffen. Auf diese Weise sollen pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen besser geschützt werden. Objektive Informationen über die Qualität von Einrichtungen werden erstmals zugänglich. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen können auf dieser Grundlage künftig besser und leichter entscheiden, welche Einrichtung für sie die Beste ist. Die zugelassenen Pflegeeinrichtungen müssen Maßnahmen der Qualitätssicherung und ein Qualitätsmanagement nachweisen.

Die Pflegekassen müssen die Leistungen, die eine Pflegeeinrichtung erbringt und deren Qualität, vor allem deren Ergebnis- und Lebensqualität für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar im Internet und in anderer geeigneter Weise kostenfrei veröffentlichen.